Züge der S-Bahn Hamburg

Die Fahrzeuge der S-Bahn Hamburg

Triebzüge

ET 490

ET 490

Die Baureihe 490 ist die nächste S-Bahn-Generation für Hamburg. 60 Kurzzüge, bestehend aus je drei Wagen, hat die S-Bahn Hamburg bei dem kanadischen Hersteller Bombardier Rail geordert. Bis 2018 sollen diese in Betrieb genommen werden und die Flotte der Baureihe 472 ablösen. Die Durchgängigkeit sorgt für eine bessere Verteilung der Fahrgäste im Zug und steigert das Sicherheitsempfinden. Die Züge werden mit einem modernen Fahrgastinformationssystem und einer Klimaanlage ausgestattet. Die vorgesehenen Mehrzweckabteile sollen die Fahrt mit der S-Bahn Hamburg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste, sowie für Gäste mit Fahrrad, Gepäck oder Kinderwagen deutlich angenehmer machen. Die Triebwagenfront zeigt das einzigartige Design für die Fahrzeuge der Hansestadt - so bildet diese ein silbernes "H" für Hamburg.

ET 474 Redesign im Werk

ET 474 Redesign

Die Züge der Baureihe 474 werden in den nächsten Jahren einer umfangreichen Modernisierung unterzogen. Bis 2021 werden alle 112 S-Bahnen der aktuellen Baureihe 474 sukzessive neu gestaltet. Im Fokus stehen dabei die Wagenübergänge, die die Zugeinheiten der S-Bahn Hamburg durchgängig begehbar macht. Ein neuer Mehrzweckbereich im Mittelwagen bietet mehr Platz für Fahrräder und Kinderwagen. Für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste steht dadurch im vorderen und hinteren Bereich der Fahrzeuge mehr Platz zur Verfügung. Der erste modernisierte Zug mit der Bezeichnung ET 474 004 ist neben dem Prototypen "ET 474 Plus" ab sofort im Streckennetz der S-Bahn Hamburg unterwegs.

ET 474 Redesign

Baureihe 474/874

Die Triebzüge der Baureihe 474/874 sind die jüngsten Fahrzeuge der Hamburger S-Bahn. Die Wagenkästen wurden weitgehend aus nichtrostendem Edelstahl hergestellt. Sie ermöglichen durch ihre niedrige Fußbodenhöhe den bequemen, stufenlosen Einstieg. Mit modernem Fahrzeugdesign, ansprechender Gestaltung des Fahrgastraumes und neuester rechnergesteuerter Drehstrom-Antriebstechnik leistet diese Baureihe einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Hamburger Nahverkehrs.

Blick in die Halle des Instandhaltungswerks Ohlsdorf

Baureihe 472/473

Bei ihrer Einführung im Jahre 1974 setzte die neuartige Fahrzeugkonstruktion aus Aluminium mit Strangpressprofilen und tragender Beblechung neue Maßstäbe. Zur Bewältigung der zahlreichen steilen Abschnitte auf der City-S-Bahn und der 1983/84 eröffneten Harburger-S-Bahn erhielt diese Baureihe Allachsantrieb. Im Gegensatz zu den bisherigen Baureihen ist der Mittelwagen motorisiert und wird deshalb als "473" bezeichnet. Im Rahmen eines "Redesign"- Programms wurden diese Triebzüge von 1997 bis 2005 in Farbgebung und Inneneinrichtung der neuen Baureihe 474 angeglichen.

ET 470

Baureihe 470/870

Diese Baureihe ist eine Weiterentwicklung des bewährten Typs 471/871. Sie wurde ab 1959 für den Einsatz auf den damaligen Neubaustrecken nach Bergedorf/Aumühle sowie Elbgaustraße/Pinneberg beschafft. Gegenüber der Vorgängerbaureihe 471/871 zeichnet sich das Fahrzeug durch Stahlleichtbauweise, die auf 100 km/h heraufgesetzte Höchstgeschwindigkeit und eine größere Anfahrbeschleunigung aus. Am 17. Dezember 2002 endete der Einsatz der Baureihe 470/870 nach rund 43 Jahren. Das Fahrzeug 470128 wird derzeit aufgearbeitet, eine weitere Einheit ist abgestellt.

ET 471

Baureihe 471/871 (ET/EM 171)

Mit einer Einsatzzeit von 61½ Jahren war diese Baureihe eine der langlebigsten auf deutschen Schienen. Am 9. Dezember 1939 wurde der erste Triebzug im Werk Ohlsdorf angeliefert und läutete damit das Gleichstrom-Zeitalter bei der Hamburger S-Bahn ein. Nach Ende des Wechselstrombetriebes im Jahre 1955 bewältigte diese Baureihe den S-Bahn-Betrieb vier Jahre allein, bevor ab 1959 die Nachfolgebaureihe ET/EM 170 zur Verfügung stand. Am 26. Oktober 2001 wurde die Baureihe 471/871 aus dem regulären Fahrgasteinsatz verabschiedet. Heute verkehrt auf den Gleisen der Hamburger S-Bahn noch der restaurierte Museumszug ET/EM 171 082, eine weitere Einheit ist abgestellt.

ET474

Baureihe 474.3/874.3

Für die Erweiterung des Hamburger S-Bahn-Netzes nach Stade kommen seit 9. Dezember 2007 42 Zweistrom-Fahrzeuge zum Einsatz. Sichtbare Veränderungen gegenüber den reinen Gleichstrom Zügen der Baureihe 474/874 gibt es vor allem am Mittelwagen: Auf dem Dach sitzt einseitig der Stromabnehmer für den Fahrdraht, auf der anderen Seite sind Druckluftbehälter untergebracht; diese Behälterwaren bisher unter dem Wagenboden montiert und mussten aus Platzgründen umgesetzt werden. Unter dem Wagen wurden in einer Bodenwanne Transformator und Gleichrichter für die Hochspannungsversorgung eingebaut.

Technische Daten

 

Baureihe

474/874

472/473

470/870

471/871

Baujahre

1996-2007

1974-76,1982-84

1959, 1966-69

1939-43, 1954-55, 1958

Gebaute Stückzahl

112

62

45

73

Hersteller

ALSTOM LHB

LHB (472), MBB (473)

MAN, O&K, Rathgeber

LHW, Wegmann, MAN

Dienstgewicht des Triebzuges (t)

102

114

111

130

Länge des Triebzuges (m)

66

65,82

65,52

62,52

Höchstgeschwindigkeit (km/h)

100

100

100

80

Fahrmotoren des Triebzuges

8

12

8

8

Stromabnehmer des Triebzuges

4

8

8

8

Sitzplätze

208

188

1. Kl. 682
2. Kl. 130

1. Kl. 66
2. Kl. 132

ET 99 Stahl

ET 99 - Stahldachausführung

Als Ersatz für die nichtmodernisierten Holzwagen und zur Vergrößerung des Fuhrparks wurden von 1924 bis 1933 nochmals zweiteilige Wechselstromzüge in einer verbesserten Bauformbeschafft. Diese Wagen mit Stahlaufbau und Tonnendach entsprachen in ihren Abmessungen den bisherigen Fahrzeugen und hatten von Werk aus die gleiche elektrische Ausrüstung wie die zuvor modernisierten Holzdachwagen. Die meisten Triebzüge dieser Bauart blieben bis zur Einstellung des Wechselstrombetriebes 1955 im Einsatz. Heute sind noch zwei Einheiten in der Sammlung des VVM im Eisenbahnmuseum Lokschuppen Aumühle erhalten.

ET 99 Holz

ET 99 - Holzdachausführung

Die Wagen mit Holzaufbau und Laternendach waren die erste Fahrzeuggeneration der Hamburger S-Bahn. Ein Teil dieser von 1906 bis 1913 beschafften zweiteiligen Einheiten wurde in den 20er Jahren einer grundlegenden Modernisierung unterzogen, die restlichen bis 1927 durch Neubaufahrzeuge ersetzt. Viele Fahrzeuge wurden im 2.Weltkrieg zerstört, die nach dem Krieg noch vorhandenen Einheiten blieben bis zur Einstellung des Wechselstrombetriebes 1955 im Einsatz. Heute existiert von dieser Bauart nur noch eine Einheit, welche über Umwege durch die DDR zum Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn (VVM) in das Eisenbahnmuseum Lokschuppen Aumühle gekommen ist.

Technische Daten

 

Baureihe

ET99
Holzdachausführung

ET99
Stahldachausführung

Baujahre

1906-1913

1924-1933

Gebaute Stückzahl

140

57

Hersteller

VdZ und andere

WUMAG, LHW, Wismar, SSW, AEG, BBC

Dienstgewicht des Triebzuges (t)

64

66,3

Länge des Triebzuges (m)

29,65

29,94

Höchstgeschwindigkeit (km/h)

50

60

Fahrmotoren des Triebzuges

2

2

Stromabnehmer des Triebzuges

2

2

Sitzplätze

1. Kl. 44
2. Kl. 86

1. Kl. 34
2. Kl. 71

Sonderfahrzeuge

Ehemalige Werklok E1

Ehemalige Werklok E1

Im Rangierbetrieb des Werkes Ohlsdorf war von 1929 bis 1984 diese durch die Firma Jung gefertigte Akkumulatoren-Lokomotive eingesetzt. Die Lok E1 wurde nach Indienststellung der Werklok 382 001 im Jahr 1985 in Nürnberg im Rahmen der Jubiläumsparaden restauriert als "Nummerngirl" eingesetzt. Nach einem Intermezzo als Werklok im Ausbesserungswerk Limburg war die Lok in Nürnberg abgestellt, bevor sie unter die Obhut der BSW-Gruppe Lichtenfels kam.

Werklok 382 001

Werklok 382 001

Diese 1954 von den Firmen Gmeinder (Fahrzeug) und Kiepe (Elektrische Ausrüstung) hergestellte elektrische Kleinlokomotive wird zum Rangieren von einzelnen Wagen oder Triebzügen im Ausbesserungs-Teil des Werks Ohlsdorf verwendet. Die Energie zum Betrieb der zwei Reihenschlussmotoren erhält die Kleinlok über mitgeführte 120-zellige Akkumulatoren mit einer Nennspannung von 240 Volt. Das Fahrzeug ist mit einer höhenverstellbaren Scharfenberg-Mittelpufferkupplung und Zughaken ausgerüstet.

Kleinlokomotiven 333028 und 333104

Kleinlokomotiven 333 028 und 333 104

Für den Rangierdienst im Werk Ohlsdorf und für Überführungsfahrten stehen diese zwei Diesel Kleinlokomotiven bereit. Sie sind mit Schraubenkupplungen ausgestattet, auf die Adapter zur Scharfenberg-Kupplung der S-Bahn-Triebzüge aufgesetzt werden können.

Zwei-Wege-Unimog U400

Zwei-Wege-Unimog U 400

Seit Frühjahr 2007 ist bei der S-Bahn Hamburg dieses Nebenfahrzeug im Einsatz. Es hat eine volle Streckenzulassung nach Eisenbahnbetriebsordnung. Entsprechend angepasste Kupplungsköpfe ermöglichen das Rangieren und Überführen von Hamburger S-Bahnzügen innerhalb des S-Bahnwerks, aber auch auf dem Streckennetz der DB.

Technische Daten

 

Baureihe/ Fahrzeug-Nummer

333 028/104

382 001

Werklok E1

Zwei-Wege-Unimog U400

Baujahr

1968/1973

1954

1929

---

Hersteller

Gmeinder & Co., Mosbach/ Baden

Gmeinder & Co., Mosbach/ Baden Th.Kiepe, Düsseldorf

Jung, Jungenthal

Mercedes-Benz, Stuttgart
Zweiweg Schneider, Leichlingen

Gewicht (t)

24

21

20

11,9

Länge (m)

7,83

6,43

7

7,95

Höchstgeschwindigkeit (km/h)

45

30

30

50 auf Schienen, 85 auf Straße

Antrieb
Motorbauart

dieselhydraulisch
MWM 6 Zylinder,
176 kW (240 PS)

elektr., aus Batterie 240 V
2 Reihenschluss-Motoren,
je 35 kW

elektr., aus Batterie 238 V
2 Gleichstrom-Motoren,
je 23 kW

Dieselmotor
170kW (231PS)

Informationen zur Verfügung gestellt von

Logo Historische S-Bahn Hamburg e. V.

Historische S-Bahn Hamburg e. V.

Der Verein Historische S-Bahn Hamburg e.V.wurde 1999 gegründet. Sein Zweck ist der Erhalt und Betrieb historischer Hamburger S-Bahn-Züge. Das erste große Projekt des Vereins, der Museumszug der S-Bahn Hamburg, wurde im Frühjahr 2007 durch das S-Bahn-Werk Ohlsdorf und mit tatkräftiger Unterstützung des Vereins fertig gestellt und dem Betrieb übergeben. Mit dem Wiederaufbau eines Zuges der Baureihe 470 wurde 2009 begonnen. Neben der Beteiligung an der Instandsetzung betriebsfähiger Fahrzeuge führt der Verein seit 1999 regelmäßig öffentliche Sonderfahrtenmit S-Bahn-
Zügen durch.

Weitere Informationen: