Schienenromantik: im Führerstand von Blankenese bis Hamburg Airport

Schienenromantik: im Führerstand von Blankenese bis Hamburg Airport

Habt Ihr euch schon mal überlegt, wie es wäre, „eure“ S-Bahn-Strecke mal von einer ganz anderen Perspektive aus zu sehen? Wir durften Nicolas in der Frühschicht von Blankenese bis Hamburg Airport im Führerstand begleiten. Ein besonderes Erlebnis!

Mitten in der Hauptverkehrszeit, um 8 Uhr morgens, steige ich in Blankenese zu Nicolas in die S1. Er ist seit 5:30 Uhr in der Frühschicht und übernimmt den Zug der Baureihe 474 ab Blankenese auf der Strecke bis zum Hamburger Flughafen und zurück.

Fahr-Liebe

Nicolas ist gelernter IT-Systemelektroniker und stieg 2023 bei der S-Bahn Hamburg als Quereinsteiger in die Ausbildung zum Lokführer ein. Damit erfüllte er sich einen Kindheitstraum. „Das Fahren ist das Beste“, findet er.

Die Schichten stören Nicolas nicht, im Gegenteil, er hat den Schichtdienst zu schätzen gelernt. „Ich sehe darin hauptsächlich Vorteile“, meint er. Vor allem die Flexibilität findet er gut, auch mal unter der Woche frei zu haben und Dinge erledigen zu können.

Die Fahrt

Los geht´s! Auf dem Weg erklärt Nicolas die Signale und worauf man beim Abfertigen achten muss. Der Lokführer fertigt seinen Zug in der Regel selbst ab. Bis auf eine Station: Am Hauptbahnhof sitzen die Kolleg:innen der örtlichen Aufsicht, kurz öA. „Hier gebe ich die Kontrolle über den Zug ab und warte, bis mir die öA über die Signale das Go gibt“, erklärt Nicolas.

In Ohlsdorf wird der Zug geteilt: Nur der vordere Teil fährt, nun als Kurzzug (3 Wagen), zum Flughafen. In den hinteren Teil steigt ein weiterer Lokführer zu und fährt den Zug nach Poppenbüttel. 

Kurzclip: Einfahrt in die Station Hamburg Airport

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Am Hamburger Flughafen - Kehrtwende

Am Airport wechselt Nicolas den Führerstand, weil der Zug jetzt in die andere Richtung aus dem Bahnhof herausfährt. Auf dem Weg ans andere Zugende fragen ihn Menschen auf dem Bahnsteig nach dem Weg. Das erlebt er häufig und findet es völlig in Ordnung. „Es sind eben viele Ortsfremde hier und die sehen auf die Schnelle nicht, wohin wir fahren“, meint Nicolas. Er hilft immer gern.

Kuppeln in Ohlsdorf – eine besondere Aktion

Auf dem Rückweg werden die beiden Zugteile wieder gekuppelt und fahren, nun wieder als Vollzug (6 Wagen), zurück nach Blankenese. Da die Strecke von Ohlsdorf nach Poppenbüttel und zurück länger ist als die zum Airport, müssen wir in Ohlsdorf ein bisschen auf unseren hinteren Zugteil warten. Hierüber informiert Nicolas seine Fahrgäste über das Bordmikro. 

Kommunikation mit den Fahrgäste - das A und O

Nicolas spricht gerne mit seinen Fahrgästen. „Wenn etwas ist, mache ich lieber eine Ansage mehr und erzähle den Fahrgästen, was los ist“, meint er. Das hat ihm schon häufig positives Feedback beschert. „Da freue ich mich immer sehr drüber“, schmunzelt er.

Sehr kommunikativ: Nicolas

Alle anderen Ansagen für die Fahrgastinfo sind im Bordcomputer vorprogrammiert. „Das kann ich einstellen und muss dann nur auf Play drücken“, erklärt er. In Ohlsdorf weist die Ansage auf Knopfdruck darauf hin, dass es beim Kuppeln einen Ruck geben kann und man sich festhalten soll. „Sicher ist sicher“, meint Nicolas.

Kupplung erfolgreich!

Nach dem Kuppeln muss Nicolas prüfen, ob die Bremssysteme des vorderen Zugteils mit dem hinteren verbunden sind. Nachdem alles gecheckt wurde und funktioniert, bekommt er vom Kollegen, der den Zugteil überführt hat, eine Info über die Fertigstellung der Kupplung. Nicolas bedankt sich per Handzeichen und ist jetzt abfahrbereit.  

Kurzclip: Abfahrt Ohlsdorf - Fahrt ins Licht!

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„Weichenputzen“

Die Fahrt zurück nach Blankensee verläuft ebenfalls entspannt und ohne Störungen. Nur bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof haben wir eine Besonderheit: Wir putzen Weichen. „Das“, schmunzelt Nicolas, „ist ein spezieller Ausdruck hier unter uns im Betrieb“. 

Hintergrund: Jede Weiche muss mindestens einmal am Tag befahren werden, um sie geschmeidig zu halten. Gerade in den Hauptbahnhof führen viele Gleise und Weichen. Der Kollege im Stellwerk lotst Nicolas nun über eine selten befahrene Weiche in den Hauptbahnhof hinein. „Wenn es zeitlich passt, ist das ja kein Problem“, meint Nicolas.

Kurzclip: Einfahrt Hbf

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Zurück nach Blankenese

Wie sein Dienst weitergeht, verrät Nicolas der Dienstplan. „In Blankenese darf ich als Fahrgast in den Zug nach Wedel, dann habe ich Pause“, sagt er. Da kann er dann auch auf Toilette. 

Auch daran hat er sich gewöhnt: möglichst dann etwas zu trinken, wenn man danach Zeit für einen Toilettengang hat. „Geht aber auch alles“, meint er, „man weiß ja, wann man wo Pause hat. Und in der allergrößten Not kann man auch zwischendurch mal schnell gehen“.

Kurzclip: Einfahrt Blankenese

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Schichtende – tschüss bis zum nächsten Mal!

Nicolas Schicht wird gegen 13:30 zu Ende sein. Dann hat er Feierabend für heute. Für ihn geht es früh morgens am nächsten Tag wieder in den Führerstand. Auch wenn vieles Routine ist: Das Fahren ist und bleibt etwas Besonderes. 

Hier gibt es noch mehr Ausblicke aus dem Führerstand:

Kurzclip Einfahrt Altona

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Hier gibt es noch mehr Ausblicke aus dem Führerstand:

Kurzclip Ottensen

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Hier gibt es noch mehr Ausblicke aus dem Führerstand:

Lange Version von Einfahrt Hbf

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