Sicherheit der Fahrgäste im Fokus der S-Bahn Hamburg
(Hamburg, Juni 2011)
Für die S-Bahn Hamburg GmbH steht die Sicherheit ihrer Fahrgäste im Mittelpunkt ihres Wirkens. Rund 700.000 Fahrgäste fahren werktäglich mit den sechs Linien des Hamburger Verkehrsunternehmens.
Seit 1994 im Zuge der Privatisierung und der damit einhergehenden Bahnreform investieren die Deutsche Bahn AG und die S-Bahn Hamburg kontinuierlich in das Sicherheitssystem Mensch und Technik. Dass hierbei der richtige Weg eingeschlagen wurde zeigt, dass die Gewaltstraftaten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen sind. Dennoch ist jede Gewalt im Öffentlichen Personennahverkehr eine Straftat zu viel.
Den positiven Trend belegen auch regelmäßige Kundenbefragungen des Hamburger Verkehrsverbundes. Demnach beurteilen die Fahrgäste die S-Bahn mit der Note 2,5 als sicher im Rahmen seiner Qualitätssteuerung. So vergaben die Fahrgäste der S-Bahn im vergangenen Jahr auf die Frage, wie zufrieden sie mit der Sicherheit und dem Belästigungsschutz sind, im Durchschnitt die Note 2,5 (auf einer fünfstufigen Skala von 1 = vollkommen zufrieden bis 5 = vollkommen unzufrieden).
Sicherheit und Kooperationspartnerschaften
Die Sicherheitsstrategie der DB und der S-Bahn Hamburg beruht auf dem Vier- Säulen-Prinzip: qualifiziertes Sicherheitspersonal und kontinuierliche Schulung im Umgang mit Konflikt- und Gewaltsituationen, technische Lösungen wie Videotechnik, enge Ordnungspartnerschaften mit der Bundespolizei und Zusammenarbeit mit der Landespolizei sowie eine intensive Präventionsarbeit. Dabei hat die Bundespolizei die hoheitliche Aufgabe der Abwehr von Gefahren im Bereich der DB. Die guten Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass nur ein Zusammenspiel dieser vier Elemente zum Erfolg führt.
Personelle Präsenz kombiniert mit technischen Sicherheitseinrichtungen
Das Kernelement der Sicherheitsstrategie der S-Bahn Hamburg ist der flexible lage- und anlassorientierte Einsatz der Sicherheitskräfte. Die Sicherheitskräfte der DB Sicherheit GmbH werden aus den sogenannten Ländereinsatzleitungen und den regionalen Einsatzleitungen der Bahn eingesetzt und gesteuert.
Auf den S-Bahnstationen Hamburg Hauptbahnhof, Reeperbahn und Harburg Rathaus sind rund um die Uhr Doppelstreifen im Einsatz. Auch in den
S-Bahnen sind regelmäßig Doppelstreifen in den Zügen unterwegs. Neben der engen Kooperation mit den polizeilichen Behörden arbeitet die S-Bahn Hamburg innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes auch mit der Hochbahnwache partnerschaftlich zusammen.
Neben den Sicherheitsfachkräften sind auch Präsenzkräfte wie Fahrpersonal, Fahrkartenprüfdienst, technisches Personal und Reinigungspersonal rund um die Uhr im Hamburger S-Bahn-Netz unterwegs.
Gleichzeitig steigen die Ansprüche und Forderungen der Öffentlichkeit zum Thema Sicherheit an die Verkehrsunternehmen im Öffentlichen Personennahverkehr deutlich. Auch Ereignisse in anderen Großstädten wirken sich durch die bundesweite Medienberichterstattung auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Hamburger Fahrgäste aus.
Aus diesem Grund wurde das Sicherheitspersonal im vergangenen Jahr um zehn Prozent weiter auf 220 Mitarbeiter verstärkt. Weitere 50 Mitarbeiter werden im kommenden Jahr dazukommen. Zudem wird im Wochenendnachtverkehr jeder S-Bahnzug von Sicherheitskräften begleitet. Die jeweiligen Doppelstreifen befinden sich immer im zweiten Wagen eines S-Bahnzuges.
Des Weiteren wird seit Mai 2009 das Sicherheitspersonal in den Zügen und auf den Stationen vermehrt in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt. Seit Juni werden in den Abendstunden von Donnerstag bis Sonntag zusätzliche Doppelstreifen an stark frequentierten Bahnhöfen wie Hauptbahnhof, Jungfernstieg und Altona eingesetzt. Auch in den Außenästen der S-Bahn beispielsweise in Barmbek und Harburg wird verstärkt Präsenz gezeigt.
Neben dem personellen Einsatz sind ein weiterer bedeutender Faktor die technischen Einrichtungen zur Verbesserung der Sicherheitslagen. Sämtliche Hamburger S-Bahn-Stationen sind mit mehreren hundert zum Teil um 360 Grad schwenkbaren Kameras ausgestattet. Die Bilddateien werden direkt auf die Bildschirme der Mitarbeiter im ServiceCenter und in die Einsatzzentrale von DB Sicherheit übertragen. Die Daten werden auch den drei Bundespolizeirevieren in Hamburg zur Verfügung gestellt. Dadurch sind die wichtigsten Bereiche der S-Bahnstationen vom Zugangsbereich bis zur Bahnsteigkante und zum Fahrkartenautomat rund um die Uhr bewacht.
Darüber hinaus befinden sich 138 grau-rote Informations- und Notrufsäulen auf den S-Bahnsteigen, über die der Kunde direkt und auch schnell Hilfe über die Mitarbeiter im ServiceCenter Hilfe anfordern kann. Rund 10.000 Fahrgäste nutzen im Monat diesen Service überwiegend zu Informationszwecken.
Seit Ende 2008 sind auch alle S-Bahnzüge mit Kameras ausgestattet. Hier erfolgt eine Aufzeichnung. Im Falle einer Straftat werden die Bilder den polizeilichen Behörden zur Auswertung zur Verfügung gestellt.
Kunden, die während der Fahrt Hilfe benötigen, können den direkten Kontakt zum Triebfahrzeugführer durch Notrufeinrichtungen aufnehmen. Diese befinden sich in jedem Türeingangsbereich.
Darüber hinaus werden beim Einfahren in die S-Bahn-Stationen die Videobilder vom Bahnsteig auf einen Monitor zum Triebfahrzeugführer übertragen. Damit hat er die Möglichkeit das Geschehen am Bahnsteig beim Ein- und Aussteigen zu beobachten. Zudem sind die Fahrgastinnenräume der S-Bahnzüge transparent und freundlich gestaltet. Jeder Fahrgast hat eine Durchsicht zum Nachbarwagen; auch der direkte Sichtkontakt zum Triebfahrzeugführer ist gegeben.
Präventionsarbeit und Zivilcourage
Die Deutsche Bahn und die S-Bahn Hamburg unternehmen erhebliche Anstrengungen um die Sicherheitslagen auf einem hohen Niveau zu halten. Dabei spielt die intensive Präventionsarbeit eine große Rolle. Hier engagiert sich die DB gemeinsam mit der Bundespolizei. So machte der Präventionszug mit dem Motto „Fair und sicher unterwegs“ im vergangenen Jahr bundesweit Station, darunter auch in Hamburg. Diese Sicherheitskampagne in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forum für Kriminalprävention richtete sich an Jugendliche und Schüler im Alter von 10 bis 15 Jahren.
Zudem unterstützt die S-Bahn Hamburg seit 1999 aktiv die Sicherheitskonferenz Harburg. Diese setzt sich maßgeblich für Sicherheit und Sauberkeit im Bezirk Harburg ein. Ein wesentliches Projekt ist die Aufklärungsarbeit in punkto Zivilcourage. So fand erstmalig in 2004 die Aktionswoche zum Thema „Fair fährt mit“ in Zusammenarbeit unter anderem mit der Landes- und Bundespolizei statt. In diesem Jahr fand die Aktionswoche erneut im April statt. Ziel der Harburger Aktionswoche „Zivilcourage - aber sicher!“, war es, zu zeigen wie Zivilcourage funktionieren kann und wiederum auf die Sicherheitseinrichtungen im Zug und auf den Bahnhöfen aufmerksam zu machen.