Das S-Bahn-Werk Ohlsdorf
Hamburg, Januar 2011
Im S-Bahn-Werk Ohlsdorf werden 164 Triebzüge der Baureihen ET 474 und ET 472/473 der S-Bahn Hamburg GmbH gewartet und instandgesetzt. Rund 240 Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr im Schichtdienst im Werk Ohlsdorf.
Das S-Bahn-Werk ist, wie die gesamte S-Bahn Hamburg, in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitsschutz und Qualität durch die akkreditierte Prüfungsstelle (Bureau Veritas) im Herbst 2010 wiederholt zertifiziert worden. Diese Zertifizierung unterstreicht die fachliche Kompetenz des S-Bahn-Werks.
Das Werk Ohlsdorf ist in folgende Bereiche strukturiert:
- Die Bauartverantwortung ist für die Bereiche Fahrzeugtechnik, Festlegung der Instandhaltungsstrategie, das Bereitstellen und Aktualisieren der technischen Dokumentationen, das Erkennen und Beheben von Schwachstellen zuständig. Hier erfolgt auch die Mitwirkung bei der Neuanschaffung von Triebfahrzeugen. Darüber hinaus wird derzeit unter der Führung der Bauartverantwortung der Prototyp ET 474 Plus entwickelt und gebaut.
- Das Fertigungscenter ist für die Inspektionen der Triebzüge und die Störungsbeseitigung zuständig. Bei der sogenannten Inspektion wird eine lauftechnische Untersuchung der Fahrzeuge vorgenommen und je nach Laufleistung der Fahrzeuge erfolgt eine Bremsprüfung, Funktionsprüfung, Durchsicht des Fahrgastraumes und der Tausch von Verschleißteilen. Die regelmäßig durchzuführenden Instandhaltungsmaßnahmen werden nach den gesetzlichen Richtlinien des Eisenbahnbundesamtes, der unabhängigen Aufsichtsbehörde des Bundes, umgesetzt. Darüber hinaus ist das Fertigungscenter unter anderem auch für die Untersuchung der Laufwerke und Drehgestelle, deren Bremsen, das Prüfen der Türen, der Sicherungen und der Schaltwerke in festgelegten Intervallen zuständig. Ebenfalls wird im Fertigungscenter die gesetzlich verankerte Hauptuntersuchung der Triebzüge alle sechs Jahre durchgeführt. Dabei werden die Fahrzeuge einer vorbeugenden Instandhaltung unterzogen und wesentliche Bauteile getauscht.
- Das Redesign der Fahrzeuge gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet des Fertigungscenters. Bereits von 1997 bis 2005 wurden 52 S-Bahnzüge der Baureihe ET 472/473 einem Redesign unterzogen. Zur Verbesserung des Sitzkomforts und des Raumklimas wurden im letzten Jahr alle 112 S-Bahnzüge der Baureihe ET 474 mit komfortableren Sitzpolstern im Regio-Design (karo-blau) ausgerüstet. In diesem Jahr erhalten auch die 52 Züge der Baureihe ET 472/473 die neuen Sitzpolster. Hierfür investiert die S-Bahn Hamburg GmbH insgesamt 2,2 Millionen Euro.
- Die Komponentenaufarbeitung befasst sich mit der Aufarbeitung von Hauptbauteilen aus den Triebzügen wie Drehgestelle, Elektromotoren und Kompressoren.
- Die Außen- und Innenreinigung der S-Bahnzüge findet im Werk Ohlsdorf, sowie in den Außenstellen Poppenbüttel und Elbgaustraße statt. Diese erfolgen in festgelegten Intervallen. Sonderreinigungen finden nach Bedarf statt.
- Die Werkinstandhaltung ist für den Bereich Anlagenmanagement zuständig. Die Bereitstellung, die Wartung sowie die Störungsbeseitigung der Anlagen und Arbeitsmittel sind die Hauptaufgaben dieser Abteilung.
- Die Materialwirtschaft ist für die Bereitstellung und Lagerung der benötigten Instandhaltungsmaterialien zuständig.
- Die Prozess-Steuerung ist für die Steuerung und Terminierung aller Abläufe in den Werkstätten zuständig. Damit wird der Einsatz von Mensch und Technik optimal gewährleistet.
Mit rund 12,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr, einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern und einer Energieversorgung ausschließlich aus deutschen Wasserkraftwerken ist die S-Bahn das schnellste und umweltfreundlichste Verkehrsunternehmen im Hamburger Öffentlichen Nahverkehr.